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Artikel und Beiträge

Obama ist das ideale Beispiel für die perfekte Verpackung eines kaputten Produkts

Ein Gastbeitrag von Willy Karma

obama

Ja, auch ich war damals glücklich und gerührt. Der erste schwarze Präsident. Ein anständiger, sympathischer Typ. Friedensnobelpreis. Und nun, kurz vor Ende seiner Amtszeit, zeigt er sein wahres Gesicht und stationiert Militärs an der russischen Grenze… mit dem WISSEN, dass dies höchstwahrscheinlich in zwei Wochen eh rückgängig gemacht wird. Das ist doch kein friedlicher Staatsmann. Das ist ein eingeschnappter Provokateur. Und kommt mir nicht mit „Anti-USA“.
Nicht mit mir…
Ich liebe die USA. Oder besser: das „Konzept“ USA. Ich ging dort in den Kindergarten. Verbrachte 13 Jahre auf einer deutsch-amerikanischen Schule. Chillte mit Kindern von US-Soldaten. Verkleidete mich an Halloween, als das in Deutschland noch eine unverständliche Buchstabenkette war (Hallo, was?).
Es MUSS – auch in unserer überpolitisierten, unterbelichteten Gesellschaft – möglich sein, frei und offen zu sagen, was man über die aktuelle Politik eines Landes denkt, OHNE in eine vorkonstruierte Ecke geschoben zu werden.
Dasselbe gilt auch für die Politik Israels. Und kommt mir nicht mit „Anti-Israel“. Ich liebe Israel. Ich bin dort geboren. Meine halbe Familie lebt dort. Es ist das schönste Land der Welt für mich und ich liebe seine Menschen, ihre Kultur und Wärme. Genauso liebe ich die Kultur und Wärme der Palästinenser. Was für ein Glück, dass das Schicksal es mir vergönnte, Freundschaft mit einigen zu schließen. Ich kann unmöglich meine Augen vor der Tatsache verschließen, dass diese Menschen wie VIEH gehalten werden. Und israelische Siedlungen bewusst und grob gegen internationales Recht verstoßen. Das hat längst nichts mehr mit Sicherheit zu tun. Das ist Größenwahn. Und die Hälfte der Israelis denkt genauso. Nur „wir“ hier im sicheren West-Europa brüllen herzlose Parolen wie „Verteidigung! Alles Verteidigung! Es gibt kein Palästina!“ Das ist kein Patriotismus, das ist eine kollektive Psychose. Und mir liegt das Leben ALLER Menschen in dieser Region am Herzen, nicht nur derer mit dem richtigen Pass. Also nennt mich nicht Israel-Feind.
Und nun stehen Panzer vor Russland, wie 1940… und es ist okay. Weil Putin ein Despot ist und sich angeblich in US-Server reinschnüffelt? Und nennt mich nicht „Putin-Versteher“. Ich habe den Mann noch nie getroffen, wie soll ich ihn verstehen? Und nennt mich auch nicht „Russland-Freund“. Mein Vater war 12 Jahre in einem sibirischen Gulag zur Zwangsarbeit inhaftiert. Seine Eltern starben bereits nach wenigen Wochen und auch viele seiner Freunde verhungerten, erfroren oder verendeten elendig. Ein Wunder, dass er – dank seiner Kraft und Jugend – überlebte und – trotz aller Traumata und einer gestohlenen Dekade seines Lebens – zu meinem liebenden Vater wurde… und viele Jahre später in FREIHEIT, nicht in Gefangenschaft sterben durfte. Also, nennt mich nicht „Russland-Freund“. Und nennt mich auch nicht „Russland-Feind“. Meine Eltern wuchsen beide in der Sowjetunion auf, bei uns zu Hause wurden die russischen Meister gelesen, gehört und betrachtet. Es sind großzügige, bedachte, ehrliche Menschen. Und darunter auch Ganoven, Lügner und Trolle. So wie auch bei uns. So wie überall. Also nennt mich nicht Russland-Feind.
Hört auf damit, Menschen in Schubladen zu stecken. Die einzigen, die davon profitieren, sind Zähler, Ordner, Verkäufer und Führer. Wir haben keine Vornamen, damit wir zu anonymen Elementen in kollektiven Zuordnungskonstrukten werden. Denn genau das passiert gerade hier in unserem Land. Jeder ist plötzlich „irgendwas“. Typisch deutsch. Und nennt mich nicht „Deutschland-Feind“. Nicht mich. Ich bin hier aufgewachsen und schätze so vieles an dieser Kultur. Die deutsche Sprache ist die Sprache meiner Kunst und ich trage Hoffnung in mir, dass dieses Land nach der Katastrophe vor 80 Jahren noch den richtigen Weg geht. Also nennt mich nicht Deutschland-Feind.
Nennt mich nicht Veganer, weil mir das Wohl von unschuldigen Tieren am Herzen liegt. Nennt mich nicht links-liberal, weil ich mich für Homosexuelle einsetze. Nennt mich nicht Verschwörungstheoretiker, weil ich die Musik von Xavier Naidoo genieße. Nennt mich nicht Öko, weil ich endlich auf allen Dächern Solarpanels sehen will. Nennt mich nicht Kommunist, weil ich die absurden Verwirrungen des Turbokapitalismus nicht feiere. Nennt mich nicht Gutmensch, weil es mir VERF*CKT egal ist, was für eine Handymarke Flüchtlinge besitzen. Nennt mich nicht Eso, weil ich zum Universum bete. Und nicht „Nerd“, weil… Gründe gäbe es genug 🙂
Wisst ihr was? Nennt mich doch einfach Willy. Das ist mein Name. Ich bin die Schnittstelle zwischen multiplen Konflikten auf dieser Welt. Deutschland, Russland, USA, Israel. Beide Eltern Flüchtlinge – im wahrsten Sinne des Wortes. Ich trage ALLES in mir. Ich kenne kein Vaterland. Ich kannte und liebte meinen Vater. Ich kenne keine Muttersprache. Ich kenne und liebe meine Mutter. Ich kenne keinen Bruderkuss. Ich kenne und liebe meine Schwester. Kein Land, kein Staat, kein Glaube, keine Ideologie, keine Hautfarbe, keine Gruppe, keine Einstellung hat bei mir eine Grundsympathie. Jeder Mensch muss mich VON SICH aus überzeugen, so wie ich es auch tun muss. Und ich kann auch jemanden lieben, der NICHT so denkt und fühlt wie ich selbst.
Und nennt mich nicht Welt-Feind, nur weil ich nicht nach den aufoktroyierten Regeln des Hasses, der Spaltung und der Zugehörigkeit spiele. Denn ich liebe diese Welt.
 Danke.

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Gedanken zur Präsidentschaftswahl in den USA

Hillary Clinton und Donald Trump

Ein Gastbeitrag von Thomas V Weiss.

Nun steht es fest, Donald Trump ist neuer US-Präsident. Einen Hetzer, einen Rechtspopulisten, einen Rassisten und einen Sexisten nennt man ihn. Unberechenbar sei er und in der Tat hat dieser Mann während des Wahlkampfes Aussagen getätigt, welche bestätigen, dass er einer ist, dessen Ideen man in der Realität zum Großteil lieber nicht umgesetzt haben möchte. Was er etwa über die Mexikaner, aber auch über Menschen islamischen Glaubens daher geredet hat, ist zum Teil echt verachtenswert. Auch in anderen Punkten zeigt er deutlich, dass er ausgrenzende und stellenweise rassistische Politik betreibt. Alles in allem also ein Präsident, den ich für meinen Teil niemals wählen würde.

Nun verhalten sich die Dinge aber selten so, wie sie auf den ersten Blick erscheinen und ist niemand nur gut oder schlecht. Das gilt auch für Trump. Um zu erkennen, wie er es so weit schaffen konnte, muss man tiefer in die Politik und die sozialen Strukturen seines Landes blicken. In den USA gibt es bereits mehr als 40 Millionen Arme, Tendenz steigend. Viele Familien sind derart arm, dass sie ihre toten Angehörigen auf die Straße legen, weil sie sich ein Begräbnis nicht leisten können. Manche haben wirklich gar nichts mehr. Sie besitzen weder ein Heim noch können sie sich ärztliche Versorgung leisten. In diesem Kontext ist die Verzweiflung der Menschen zu sehen, einen Donald Trump zu wählen. Er verspricht Veränderung. Außenpolitisch könnte er deshalb einen Lichtblick darstellen, weil er die Nato kritisch sieht und sie abspecken möchte, aber auch, weil er die Freihandelsabkommen nicht unterstützen und vor allem weil er bessere Beziehungen zu Russland haben möchte. Sollte ihm das Gelingen, wäre das sicher gut. Die Bedenken transatlantischer Bündnisvertreter, Russland könnte eine Schwäche Amerikas ausnutzen und sich aggressiv gegenüber Nachbarstaaten verhalten ist billigste Natopropaganda und in keiner Weise haltbar.

Nun wird Trump gerne als Rechtspopulist und hasserfüllter Demagoge dargestellt, während Clinton gerne als besonnen und liberal verkauft wird. Also rechts gegen links, böse gegen gut. Wenn es nur so einfach wäre. Die Politik erscheint weltweit zunehmend verworrener und chaotischer. Bei genauerem Hinsehen aber kommt man schnell zu dem Schluss, dass das kolportierte Bild so nicht stimmt. Während ein Bernie Sanders gewiss ein Segen für Amerika und die ganze Welt gewesen wäre, glänzt Clinton nicht mehr so sehr, wenn man mal an der Oberfläche kratzt. Ist Trump ein Demagoge, muss man Clinton eine Demiurgin nennen, eine Weltordnungsschafferin, die in den letzten Jahren bewiesen hat, wozu sie fähig ist und wofür sie steht. Ihren eigenen Aussagen und diversen Enthüllungen (Wikileaks) zufolge ist diese Frau direkt oder indirekt verantwortlich für den Tod von vielen tausend Menschen, wie etwa in Libyen oder im Nahen Osten. Auch hat sie deutlich gemacht, wie sie als Präsidentin mit Syrien, dem Iran und Russland umgehen würde. Szenarien, welche die düstere Vorahnung an einen dritten Weltkrieg aufkommen lassen. Sie wäre für den Militärisch-Industriellen Komplex die beste Wahl gewesen.

Ich möchte überhaupt all jenen, die Trumps Politik und Ansichten (meist zurecht) als gefährlich und rassistisch verurteilen nur raten, sich einmal mit den Auswirkungen der herkömmlichen US-/Nato- und EU-Politik zu befassen. Es ist kaum in Worte zu fassen, was diese Politik seit Jahrzehnten auf der Welt anrichtet. Nicht nur, dass die Menschen in den USA und Europa immer mehr in die Armut und die Herrschaft der Banken und Konzerne getrieben werden, auch die noch viel ärmeren Menschen aus Entwicklungsländern werden schonungslos ausgebeutet, sei es durch Krieg, sei es durch Spekulationen auf Nahrungsmittel und ähnliches. Wenn ein Mann wie Obama, dessen Politik fast tägliche Drohnenangriffe auf Menschen beinhaltet, den Friedensnobelpreis erhält, stimmt gewaltig was nicht. Am Ende erscheint das Bringen „westlicher Werte“ als unglaublich zynisches und blutiges Märchen. Die USA bringen keine Werte, sie holen sie sich. Übrig bleiben „Failed States“, die man weiter bis auf die Knochen aussaugt.

Leider sind sich die wenigsten Menschen über die wahren Ursachen all unserer Probleme bewusst. Die beiden Schlagwörter hierfür sind Imperialismus und Neoliberalismus. Der Imperialismus ist ein bekanntes Phänomen, welches die ganze Geschichte hindurch in wechselnden Rollen immer wieder größtes Unheil angerichtet hat. Die USA handeln imperialistisch, es geht im Prinzip um die Weltherrschaft, genannt Hegemonie oder „New World Order“. Das zweite Phänomen ist weit weniger bekannt und fast unsichtbar – der Neoliberalismus. Als extrem aggressive Form des Kapitalismus hat sich dieses System den Imperialismus als Methode einverleibt und zieht eine tödliche Spur durch die Welt. Es geht nicht mehr so sehr um ein großes Amerika als Staat, es geht um das Überleben und die weltweite Umsetzung dieses Systems auf der ganzen Welt. Freihandelsabkommen, Privatisierungen und Schulden sind klassische Symptome und Werkzeuge für diesen Wahnsinn. Die USA haben ihre Rolle als Produktionsland weitgehend verloren zugunsten einer Dienstleistungs- und Spekulationsökonomie. Wenn Vorstände von Hedgefonds im Monat viele Millionen Dollar machen, während Menschen in Zeltstädten verkommen, läuft gewaltig was falsch. Trump, um nochmal auf ihn zurück zu kommen, wird an den Problemen in Sachen Finanz und Ökonomie nicht wirklich was ändern können, weil man schon zu tief in der Schulden- und Wachstumsspirale gefangen ist. Weder mit Einsparungen, noch mit Investitionen wird er was ändern. Das System, welches ständiges Wachstum braucht, wird fast nur noch mit günstigen Krediten, das heißt Schulden, am Laufen erhalten. Schulden, die man immer erhöhen muss. Zinseszinsen sind genau so wie die Wachstumsnotwendigkeit exponentiell und daher auf Dauer nicht zu zahlen bzw. zu erhalten. Die Lösung dieser Probleme liegt gewiss nicht im Wählen eines Mannes, der Zuwanderern oder anderen Kulturen die Schuld für vieles gibt, aber auch nicht in der Wahl einer Dame, welche eine militärische Expansion zur Aufrechterhaltung des Komapatienten Neoliberalismus als Notwendigkeit sieht. Die Lösung könnte aus dem Volk kommen, aus einem veränderten Konsumverhalten und aus einer Verweigerung der ständig neu geforderten Distanzierung zu anderen Menschen und aus dem Ende des gleichzeitig wachsenden Hasses. Die Lösung wäre das Beenden des Kapitalismus, also des amerikanischen Traumes schlechthin. Und ob das die Menschen jemals verstehen und einsehen werden, steht in den Sternen, genau so wie das Verhalten eines Präsidenten, der für manche das kleinere, für andere das größere Übel, auf jeden Fall aber ein Übel ist.

Thomas V Weiss auf Facebook:
https://www.facebook.com/thomas.weiss.39948

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Die Gräben werden tiefer! Dann müssen die Lösungen es auch werden!

Tag der Deutschen Einheit - Proteste in Dresden (03.10.2016)

Die Gräben werden tiefer! Dann müssen die Lösungen es auch werden!

Von Marco Helmert

Das, was sich gestern in Dresden in Form von teilweise offenen Hass über die anwesenden Politiker anlässlich der Feierlichkeiten zur Wiedervereinigung ergossen hat, waren wahrlich keine erfreulichen Bilder, doch es wäre viel zu kurz gegriffen, dies jetzt wieder als sächsisches Sonderproblem bagatellisieren und erklären zu wollen.

Im Gegenteil, ich finde es symptomatisch für das Phänomen immer tiefer werdender Gräben zwischen der „alternativlosen“ Politik auf der einen – und immer größer werdenden Gruppen von Menschen, die ihre Unmut nur noch so ausdrücken wollen, auf der anderen Seite.
Und auch letztere findet man innerhalb verschiedenster Lager nun immer häufiger.

Solche Bilder wie in Dresden und in Sebnitz sind auf Dauer unerträglich und ich wünsche mir eine andere Art des Zusammenlebens, Debattierens und „in Kontakt seins“ und ich spüre auch, dass die derzeit vorherrschende brodelnde Wut ein wahres Pulverfass für die Zivilgesellschaft ist.

Was machen wir jetzt damit? Die Strategie des Ignorierens, Bagatellisierens, Schuldzuweisens, Labelns und Ausgrenzens kann getrost als gescheitert betrachtet werden und das sollten die aktuellen Wahlergebnisse auch eindrucksvoll unterstrichen haben.

Dresden gestern war vielleicht auch ein weiterer Vorgeschmack, in welche Richtung es geht, wenn nicht bald andere Lösungsansätze als die bisherigen versucht werden.

Auf der einen Seite aufgeladene, voller Wut brüllende Protestler, auf der anderen Seite irgendwie entrückt wirkende Politiker, die auf die Szenerien schauen, als wären sie auf einem Zoobesuch, sich nun wundernd Respekt und Dialog einfordern, nachdem sie jahrelang zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung den Umgang mit Pegida und AfD tabuisiert, dämonisiert und viele Menschen (die zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht radikalisiert waren) pauschal mit in eine „dunkeldeutsche“ Naziecke gestellt haben. Viele haben vor dieser undifferenzierten Vorgehensweise gewarnt – nicht zuletzt der Psychoanalytiker Dr. Hans-Joachim Maaz.

Nun haben wir langsam immer stärker werdende aufgeladene Pole und gruppenbezogen menschenfeindliche Projektionen und das möchte ich betonen, nicht nur auf einer Seite!

Immer leichter werden nun je nach Standordbestimmung pauschal die Labels verteilt und dabei ist es egal, ob es sich hierbei um „Gutmenschen“, „die Sachsen“ , „Systemlinge“, „dumme Kälber“, „Pegidianer“, „braune Mischpoke“ , „linksgrün Versiffte“, „Schlafschafe“, „Lügenpresse“ , „Putinversteher“, „die Querfront“, „Verschwörungstheoretiker“ oder „Volksverräter“ handelt.

Immer klebt zum Schluss das Label drauf und die jeweilige Gruppe ist dann in einer Schublade, ohne jede Differenzierung oder der Notwendigkeit eines Dialoges. Wozu auch? Der Titel erklärt doch den Inhalt, wozu also noch das Buch lesen?

Was unserer Gesellschaft im Moment wirklich fehlt, ist zum einen eine ausbalancierte Differenzierung, zum anderen eine Dialogbereitschaft und das wirkliche Analysieren von Ursachen. Also zum Beispiel das Ernstnehmen von verschiedenen Ängsten und den tieferen dahinterliegenden Bedürfnissen. Ein erstes zartes Pflänzchen in eine solche Richtung ist zum Beispiel der Bürgerdialog in der Dresdner Kreuzkirche und weitere Initiativen verschiedener Menschen aller Couleur. Auch ich versuche mit der gemeinsam mit Tom Küchler entwickelten WOWAHA (Lakota – Frieden) Strategie Dialogbrücken zur Deeskalation zu bauen, um ein immer größer werdendes Aufheizen wieder etwas abzuschwächen.

Allerdings ist dies der steinige und schwierigere Weg und es werden auch viele dieser mahnenden und Dialog suchenden Pflänzchen von verschiedenen Zeitgenossen gleich wieder plattgefahren, zu tief sind die Gräben inzwischen, zu groß ist der einseitige Positionierungsdruck und die Konstrukte der Pauschalisierung und Dämonisierung der letzten Monate geworden.

Und das macht Angst und es fälllt schwer, hier immer optimistisch zu bleiben.
Ich kenne inzwischen viele ganz normale und unpolitische Menschen, die aufgrund der spürbaren Anspannungen mittlerweile Angst vor einem drohenden Bürgerkrieg haben.

Und statt vielfältigen politischen Pluralismus mit seinen bunten und vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten müssen wir im Moment aufpassen, nicht nur eine „alternativlose“ politisch korrekte Einheitsmeinung auf der einen- und eine dagegen anrennende extreme Gegenpolarisierung auf der anderen Seite zu kreieren, die dann ganz gewiss auch nicht als wirkliche Alternative für Deutschland taugt.

In der gesellschaftlichen Kultur wird nach wie vor immer häufiger lieber ausgegrenzt, abgespalten, distanziert, unterstellt und pauschalisiert, Unternehmen erteilen ihren Mitarbeitern Kritikverbote und wehe dir, du hast „den Falschen“ in deiner Freundesliste.

Unsere so hochgehaltene Meinungsfreiheit ist in der Wahrnehmung vieler Menschen „in praxi“ zu einer Farce verkommen.

Im Internet tummeln sich im Moment einerseits unerträglich viele Hasspostings, die Grenzen schon lange überschritten haben, viele Kommentare sind einfach nur noch menschenunwürdig.
Und es scheint andererseits mittlerweile auch schon Volkssport geworden zu sein, dass selbsternannte Demokratiebeschützer und Gutachter Profile nach verdächtigen Links, verdächtigen Freundeslisten, Unregelmäßigkeiten, „politikal incorrectness“ absuchen und nach eigenem Gusto- und Gutdünken Urteile verhängen, anschwärzen und diffamieren ohne jemals das Gespräch zu den betreffenden Personen gesucht zu haben – oder den Kontext erfahren- und verstehen zu wollen. Da wird schon mal mit viel Leidenschaft eine Timeline auf Jahre zurückverfolgt, Hauptsache man wird fündig: Treffer – versenkt! Chronologisch spätere Veränderungen der gefundenen Aussagen, aus dem Kontext gerissene Aussagen oder gar Unwahrheiten? Egal!
Hauptsache fündig geworden! Und außerdem: Einmal böse, immer böse! Und wer Brücken bauen will, ist immer Querfront, denn mit „den Rechten“ redet man nicht! Dies schreibe man sich mal ganz schnell hinter die Ohren!

Stasi reloaded!

Sind wir schon wieder mal soweit?

Dialog? Nein !!!!
Schreien auch jetzt noch viele. Nicht, dass hier noch einer zum „Wutbürgerversteher“ wird. Die vorgeschlagenen „Rezepte“ statt dessen Knüppel, Abgrenzung, Abspaltung und nur noch Gegenkulturen!!! „Gegen“ und ganz viel „Anti“ und das leider wieder überall je nach Standortbestimmung.

Und dass sich hier gar keiner ausgenommen fühlt! Ich meine uns alle!
Denn es geht uns alle an!

Was für wunderschöne Schlagschatten wir gerade wieder produzieren, welch emotionale Pestilenz, des „besseren, reineren, klügeren Menschen“ . Wilhelm Reichs „Christusmord“ und Orwells „1984“ lassen grüßen und es gelingt mir gerade nicht, zu verhindern, in Zynismus zu verfallen!

Also dann:

Auf welcher Seite des Grabens stehst du?

Schwarz oder weiß?

Rechts oder links?

Gut oder böse?

Es gibt kein dazwischen!

Also entscheide dich!

Und wenn du dich entschieden hast, dann greife zur Waffe! Die Reihen fest geschlossen!

Denn die feindliche Gruppe ist dann klar definiert! Pack das Label drauf und drück ab!

Oder lieber doch nicht?
Dann nimm die Hand vom Abzug!
Denn die Hand des Friedens ist immer die offene Hand des Dialoges! Fangen wir endlich damit an! Auf allen Ebenen und durch unsere eigenen Schatten hindurch!

#EingeschenktTVArtikel
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Die Farce von New York – 120000 Wahlberechtigte vermisst

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Wahlbetrug, oder versehentliche Unregelmäßigkeiten?

Von Marco Helmert

Nun hat also New York gewählt und bei den Demokraten setzte sich Hillary Clinton klar mit 57,9% vor Bernie Sanders mit 42,1% durch. Dies entspricht damit einer Delegiertenverteilung von 139 für Clinton und 108 für Sanders.
Unsere großen Leitmedien berichten nunmehr auch unisono vom großen Clinton und Trump Erfolg:

Da wird von „Triumph“ gesprochen und von „aus der Arena gefegten Rivalen“
http://mobil.n-tv.de/…/Clinton-und-Trump-triumphieren-artic…

Wahlprobleme? Fehlanzeige!

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Das Assoziierungsabkommen der EU mit der Ukraine wird von den Niederländern abgelehnt.

Das Assoziierungsabkommen der EU mit der Ukraine wird von den Niederländern abgelehnt. Dies ergab ein Referendum in den Niederlanden, an dem über 30% der Wahlbeteiligten teilnahmen.
Eine herbe Botschaft, die die Niederländer gegen die EU aussenden. Und man sollte nicht vergessen: Die Ablehnung genau dieses Abkommens führte damals zum Sturz der ukrainischen Regierung um Wiktor Janukowytsch im November 2013 und damit zum bis heute anhaltenden Konflikt und Krieg in der Ukraine.

referendum

Dazu ein Kommentar von Mark Bartalmai, der als unabhängiger Journalist, Fotograf und Filmemacher regelmäßig aus den Krisenregionen in der Ostukraine berichtet:

Das Abkommen mit den Mördern (von Mark Bartalmai)

Dieses Assoziierungsabkommen der EU mit der Ukraine hat (nach UN-Angaben) mind. 9.000 Menschen das Leben gekostet (die vor Ort vermuteten tatsächlichen Opferzahlen liegen weit höher). Durch einen Krieg, den die EU durch den Zwang zur Entscheidung für EINE Seite entscheidend mitzuverantworten hat. Durch einen Krieg, den die EU und die Medien verschweigen und bei Bedarf instrumentalisieren. Durch einen Krieg in Europa, der Europa mehr betrifft, als Europa wahrhaben bzw. zugeben will.
Die Niederländer haben mit über 60% gegen dieses EU-Ukraine-Abkommen gestimmt (die Mindestbeteiligung wurde knapp erreicht).
Was wird die niederländische Regierung jetzt tun? Wird sie die Abstimmung ignorieren und einem Abkommen mit einem Staat zustimmen, der nachweislich für den Abschuss von MH17 und den Tod vieler Niederländer und tausender eigener Landsleute durch Bomben auf zivile Ziele verantwortlich ist?
Dann gibt es keine Demokratie und Gerechtigkeit mehr in Europa. Dann ist der Beweis einer Diktatur erbracht.

Bildquelle: http://www.zeit.de/…/referendum-assoziierungsabkommen-ukrai…

Webseite von Mark Bartalmai:
http://kaceo.info/

eingeschenkt.tv im Interview mit Mark Mark Bartalmai
https://youtu.be/gceFzMVs9QI
https://youtu.be/Zwgx37dWfjk

Dokumentarfilm von Mark Bartalmai: „Ukrainian Agony – Der verschwiegene Krieg“:
https://youtu.be/sy759dlJWYE

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Wenn die Mainstream Medien sich mal wieder „austoben“…

Schaut sie euch an, diese armseligen Typen vom Mainstream, die sich „Journalisten“ schimpfen.

Da nehmen sie die Demo gegen die Münchner Sicherheitskonferenz auseinander und hetzen gegen die Mahnwachen, die Dresdner und überhaupt.
Gehe ich zur Demo nach München, bin ich links. Gehe ich zur Mahnwache, bin ich irgendwie sowas wie rechts???
Was bleibt beim Zuschauer hängen? Vielleicht sowas: „Gehe am besten auf gar keine Demo! Alles böse Dumpfbacken!! Bleib zu Hause! Nimm dir’n Keks!! Schau Fernsehen. Mach dir’n Bier auf. Denn da draußen…da auf den Straßen… da triffst du sie.. die linken und die rechten Spinner der Quer-Rechts-Links-Oben-Unten-Dumpfbacken-Front!“
Da kann man echt nur mit Owe Schattauer antworten: „WOLLT IHR UNS VERARSCHEN??“
►►►https://youtu.be/UCsLje41dXE
Ach, und übrigens: Wir ziehen seit geraumer Zeit mit eigenen Kameras los und dokumentieren, was WIRKLICH vor Ort geschehen ist. Einfach, weil ihr nicht in der Lage seid, dort zu filmen und sachgemäß zu berichten. Ist auch viel einfacher, irgendwas vom Nachrichtenticker abzuschreiben, Filmsequenzen zu zerschneiden und aus dem Kontext zu reißen.
Ob ihr in Zukunft obsolet werdet, habt IHR in der Hand. Auf der Demo in München haben wir euch NICHT gesehen. Auf den Mahnwachen haben wir euch NICHT gesehen. Aber wir haben es dennoch, das Filmmaterial. Auch ohne Euch!
München:
►►►https://youtu.be/-5HDPY2Sgr8
Airbase Ramstein:
►►►https://youtu.be/vcl62EtEd5Y
Berlin:
►►►https://youtu.be/xIVOoj1I8q0
►►►https://youtu.be/QvwvzGd3Hlc
Chemnitz:
►►►https://youtu.be/CmvBfNTdTis
Erfurt:
►►►https://youtu.be/uc7ZK3j6vyM
Halle:
►►►https://youtu.be/mpKxwlvIyn4
Bautzen:
►►►https://youtu.be/UFIH98PUQW8
Plauen:
►►►https://youtu.be/-xnTMCL9SH8
Dresden:
►►►https://youtu.be/OAVbh1d-GKI
Zwickau:
►►►https://youtu.be/0ifbrcPX5BE

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BILD-Titelseite vom 23. März 2016: „Wir sind im Krieg!“

Nachdem wir die heutige Titelseite von „BILD“ gesehen haben, waren wir sprachlos. „Wir sind im Krieg!“. Eine Zeile, die aus Köpfen stammen muss, die der Springer-Konzern zu irgendwelchen abgestumpften Schreiberlingen gemacht haben muss. Diese Zeile kam nicht zufällig gerade am Tag danach nach den Anschlägen in Brüssel. Die Zeitungsmacher wissen, dass jetzt die Emotionen in der Bevölkerung hochkochen. Jetzt, genau jetzt muss diese kranke Zeile kommen, damit sie das bewirkt, was sie bewirken soll: die Rachelust, Wut und den Hass schüren und in die Köpfe pflanzen. Lasst Euch nicht aufstacheln. Sonst könnte das ein böses Ende nehmen. Ein Ende im Sinne derer, die solche Schmierblätter unter’s Volk bringen.

Bild Zeitung
Bild Zeitung

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DEUTSCHMissbrauchsfall OSZE – Die Umkehr des Kosovo im Donbass

Ein GASTBEITRAG von Mark Bartalmai

DEUTSCHMissbrauchsfall OSZE – Die Umkehr des Kosovo im Donbass

Zu einem Missbrauch gehören immer mindestens zwei – einer der missbraucht wird und einer der missbraucht. Manchmal sind es aber noch viel mehr Missbraucher. Im Falle der OSZE sogar ganz viele. Eine unbekannte Anzahl an Interessengruppen und vor allem Medien. Und manchmal – aber nur manchmal – liegt so ein seltsamer Geruch in der Luft. Ein Geruch, als ob die OSZE sich gar selbst missbraucht und nicht nur Missbrauchsopfer ist.

Ich sehe sie förmlich vor mir, die Schreiber von Spiegel und FAZ. Wie sie sich wichtig versammeln in diesem Hotel in Berlin, um mit Alexander Hug, dem stellvertretenden Chef der Special Monitoring Mission (SMM) der OSZE für die Ukraine, zu sprechen – fast beinahe exklusiv, versteht sich. Sie interviewen jemand Wichtigen, der einen Namen hat in der gegenwärtigen Konfliktgeschichte, die da geschrieben wird in Europa. Sie sind die Speerspitze der freiheitlich-demokratischen Berichterstattung, diese Journalisten der “Großen” in der Hauptstadt. In Donezk wiederum läuft das so: Nelja und ich erfahren per Telefon von der Pressekonferenz der OSZE 10 Minuten vor ihrem Beginn. Wir sind auf dem Weg, Waschmittel und Toilettenpapier zu kaufen. Wir halten auf dem Weg zum Supermarkt am Park Inn an, wo die OSZE untergebracht ist und machen unseren Job. Berichterstattung. Es ist unsere Arbeit hier. In Berlin ist sicher mehr Glamour dabei. Alles irgendwie mehr “Wow!”. Denn in Berlin hat Alexander Hug der FAZ und Spiegel Online wahrscheinlich endlich die ersehnten Beweise für die grauenhaften “Separatisten” und die “russischen Truppen” geliefert. Zumindest, wenn man die Artikel liest.

Doch, wenn man Alexander Hug bei seiner Pressekonferenz in Donezk (nach Erscheinen des FAZ- und SPON-Artikels) am 21. März 2016 so zuhört, überkommt einen das Grausen, wenn man sich die Kaltschnäuzigkeit der “Wortklauber” des deutschen Mainstreams vor Augen hält. Aber man spürt auch, dass die OSZE irgendwie auch Teil des Spiels ist und nicht nur von der Journaille in gewünschten und abenteuerlichen Kontexten auszugsweise zitiert wird, wenn es passend ist. Zitiert von Leuten, die nach dem Interview ins Berliner Nachtleben abtauchen, sich feiern und keine Ahnung vom Krieg haben, weil sie nie da waren, während Journalisten hier ihre Splitterschutzwesten im Kofferaum haben und oft abends mit Artillerie einschlafen.

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